Kooperation mit der Stiftung „Grüne Kiste“


Das Gedankengut unseres Namensgebers – Konrad Heresbach – ist heute noch so spannend und aktuell wie zu seiner Zeit. Der pensionierte Mettmanner Landwirt Peter Drenker hat eine Stiftung gegründet, deren Zweck es sein soll, jungen Menschen das Thema Landwirtschaft näher zu bringen. Die geplante, exklusive Kooperation des KHGs mit der Stiftung „Grüne Kiste“ nimmt die Person und das Gedankengut Konrad Heresbachs in den Fokus der Betrachtung und folgt den geistigen Spuren des Pädagogen, Gelehrten, Beraters, Politikers, Juristen und Landwirts, der sagte: „Es gilt Irrtümer auszurotten, nicht Menschen.“ Aus seinen Arbeiten leiten sich neben dem Studium der Natur und Landwirtschaft auch vielfältige Aspekte der Persönlichkeitsbildung ab, die uns entsprechend unseres Leitbildes besonders wichtig sind.

In der aktuellen Planung sollen alle Klassen und Stufen des Konrad-Heresbach-Gymnasiums die Möglichkeit haben, auf Gut Meuresmorp an der Ortsgrenze Mettmanns Projekte und Unterrichtseinheiten durchzuführen. Speziell die 8. Klassen sollen jeweils für ein Halbjahr in einem eigenen Fach vor Ort Unterricht erhalten. Organisatorisch soll dieser Unterricht vierzehntägig als vierstündigen Block stattfinden, so dass es für jede 8. Klasse ungefähr 10 Termine vor Ort gäbe, deren inhaltliche Ausgestaltung modulartig mithilfe eines dafür zusammengestellten Lehrplans vorgenommen werden soll.

Das Programm zu diesen Terminen soll vor allem auch der Persönlichkeitsbildung unserer Lernenden dienen.  In einer schnelllebigen, von digitalen Medien beherrschten Welt ist es unser Wunsch, die Lernenden in dieser Phase stärker „zu erden“. 

„Ausgewählt werden muss aber zur Erziehung des Knaben [gemeint ist der Fürst] ein Ort, der gesund ist durch die Beschaffenheit seiner Luft und durch seine anmutige Lage, […] Wie Samen und Pflanzen nicht an allen beliebigen Orten gleich erfolgreich gedeihen, sondern hier besser die Saaten, dort erfolgreicher die Weinstöcke, wie der Dichter singt, so passen nicht alle beliebigen Orte zu allen beliebigen körperlichen Verfassungen.“ 

(Konrad Heresbach, De Educandis, Lib.I, Cap.27, S. 153-156)

Praktische Tätigkeiten in der Natur, Reflexion, Ruhe und ein achtsames Wahrnehmen der Umwelt und der Mitmenschen, sollen die sich in dieser Phase intensiv entwickelnden Persönlichkeiten unserer Schüler*innen stärken und weiterentwickeln.

Hier sehen wir eine intensive Passung zu unserem Wertefundament:

Respekt – In der Auseinandersetzung mit der Natur, der eigenen Persönlichkeit und der Gemeinschaft, in der die Lernenden auf dem Hof arbeiten werden, wird Respekt auf vielfältige Weise gelebt und trainiert.

Bei den verschiedenen Aufgaben im Bereich der Persönlichkeitsbildung und bei den praktischen landwirtschaftlichen Tätigkeiten vor Ort übernehmen die Schüler*innen Verantwortung, z.B. für Pflanzen bei Kulturarbeiten, an den Gewächsen oder innerhalb der Klassengemeinschaft.

Bei diesem projektartigen Unterricht stehen die Schüler*innen in ihrer Vielfalt und Individualität im Mittelpunkt. In der Auseinandersetzung mit sich selbst lernen sie sich besser kennen, stärken ihre Persönlichkeit und erfahren und (er)leben einen wertschätzenden Umgang mit anderen. Teamgeist wird bei den praktischen Tätigkeiten und Übungen im Freien von ganz alleine weiterentwickelt; die Lernenden erfahren vielfältige Abhängigkeit von äußeren Faktoren (Klima, Gartenfauna, etc.) und von der verlässlichen Mithilfe ihrer Mitschüler*innen. Dass bei solchen Aktionen Fairness immer ein zentraler Punkt ist, scheint selbstverständlich. Auftretende Konflikte und Schwierigkeiten können im besonderen Lernsetting auf Gut Meurersmorp besonders gut in den Fokus genommen und bearbeitet werden. 

 

Ansprechpartner für weitere Informationen: Herr Hannaford und Herr Dr. Hildebrandt