Projektkurse


Rahmenbedingungen

Projektkurse sind Bausteine zur Förderung von besonderen Begabungen und Interessen. Weiterhin dienen Sie der Stärkung des wissenschaftspropädeutischen Arbeitens an thematischen Schwerpunkten. Es handelt sich um zweistündige Kurse über die beiden Halbjahre des ersten Jahres der Qualifikationsphase. Wie im normalen Unterricht auch, werden für die Projektkurse zwei Stunden im Stundenplan fest vorgesehen. Es ist jedoch möglich und erwünscht, dass von diesen Vorgaben zugunsten von kompakten Blockeinheiten (z.B. Besuch eines Betriebes, Exkursionen, Fahrten, experimentelles Arbeiten usw.) abgewichen wird. Für die Teilnehmer eines Projektkurses entfällt die Verpflichtung zur Erstellung einer Facharbeit in der Q1, was auf freiwilliger Basis dennoch möglich ist. Das Ergebnis eines Projektkurses soll ein Produkt darstellen, z.B. ein Theaterstück, eine Ausstellung, ein Film, ein Hörbuch, ein Drehbuch, eine Ausarbeitung die erfolgreiche Teilnahme an einem Wettbewerb o.ä. Die Teilnehmer müssen den Prozess bei der Erstellung dieses Produktes dokumentieren und ihr Ergebnis im Rahmen einer adressatenbezogenen Präsentation vorstellen.

 

Ziele

Für den Projektkurs wird ein Rahmenthema formuliert unter dem sich die Teilnehmer weitestgehend selbstständig einen thematischen Schwerpunkt herausarbeiten, den sie dann als Teilthema selbstständig und eigenverantwortlich bearbeiten. Es ist sowohl Einzel- als auch Gruppenarbeit möglich.

 

Auch wenn die Grundlagen für den Projektkurs im regulären Fachunterricht gelegt werden, müssen die Inhalte des Projektkurses unabhängig vom schulinternen Lehrplans sein, d.h. es darf im Projektkurs keine vertiefende begleitende Bearbeitung der Inhaltes des Fachunterrichtes vorgenommen werden oder auf die Anforderungen des Abiturs vorbereitet werden. Vielmehr ist es Ziel über die Anforderungen der Schule hinaus Methoden und Kompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens zu erlernen und einzuüben. Die schulbezogene Perspektive der Teilnehmer kann idealerweise durch die Einbindung von Wettbewerben erweitert werden.

Leistungsanforderungen, -nachweise und –bewertung

Die Leistungen im Projektkurs werden am Ende des Kurses mit nur einer Jahresnote für beide Halbjahre bewertet. Sie setzt sich aus den Teilnoten für die beiden Halbjahre zusammen.

 

In der Regel geht das Ergebnis des Projektkurses als Kurs im Umfang von zwei Halbjahren (die Jahresnote wird zweimal gerechnet) in die Gesamtqualifikation für das Abitur ein. In diesem Fall setzt sich die Note je zur Hälfte aus dem prozessbezogenen Ziel (kontinuierliche Teilleistungen wie Mitarbeit, Planungs- und Organisationsleistungen im Kurs) und dem ergebnisbezogenen Teil (abschließende Dokumentation, i.d.R als Präsentation mit schriftlicher Erläuterung oder als Kursarbeit) zusammen.

 

In Ausnahmefällen kann das Ergebnis des Projektkurses auch als besondere Lernleistung in die Abiturberechnung einfließen. Dies kann jedoch nur bei herausragenden Leistungen und auf Empfehlung des betreuenden Lehrers beantragt werden und muss von der Schulleitung im Hinblick auf den Exzellenzanspruch geprüft und genehmigt werden. In diesem Fall wird eine Gesamtnote bestehend aus einer Note für das erstellte Produkt und einer Note für ein Kolloquium (zusätzliche mdl. Prüfung) im Rahmen der Abiturprüfung ermittelt.

Beispiele für Projektkurse am KHG

In der Oberstufe wird in der Q1 seit dem Schuljahr 2011/12 bzw. seit dem Wintersemester 2011 und der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit der Bergischen Universität Wuppertal in unregelmäßigen Abständen ein bilingualer Projektkurs im Fach Geschichte unter der Leitung von Prof. Arne Karsten (Historisches Seminar, Bergische Universität Wuppertal) und Dr. Ulrike Möllney (Konrad-Heresbach-Gymnasium) angeboten:

  • Schuljahr 2011/12: Historisches Arbeiten im Spannungsfeld von Multiperspektivität und epochaler Anbindung
  • Schuljahr 2012/13: Italien - Vorbild für ganz Europa? - eine multiperspektivische Annäherung im Spannungsfeld von Stadtrepubliken: König und Papsttum.
  • Schuljahr 2014/15: Remembering the Past and Building the Future: from World war I to World War II
  • Schuljahr 2016/17: Rom, die Ewige Stadt: Eine multiperspektivische Annäherung im Spannungsfeld der Epochen

Im Rahmen der Vermittlung wissenschaftspropädeutischer Kernkompetenzen spielt die Wissenschaftssprache Englisch eine zentrale Rolle. Bilinguale Module werden von vielen Schülerinnen und Schülern favorisiert ebenso wie der fächerübergreifende Charakter fachwissenschaftlicher Inhalte und Arbeitsweisen.

 

Der Projektkurs findet sowohl am Konrad-Heresbach-Gymnasium als auch an der Bergischen Universität statt. In Nordrhein-Westfalen stellt die Zusammenarbeit eines Projektkurses im Fach Geschichte mit einem Historiker und Lehrstuhlinhaber an einer Universität (Projektkurs Geschichte des Konrad-Heresbach-Gymnasiums, Mettmann und Dr. Arne Karsten, Junior-Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Bergischen Universität) nicht nur ein Novum dar, sondern ist bisher einzigartig. Auch bei den Exkursionen im Rahmen dieser Projektkurse nach London, Venedig und Berlin profitierte der Projektkurs von der Fachkompetenz des Hochschullehrers.

Ansprechpartner für weitere Informationen: Herr Prigge