Schulbücherei


Es ist 10 Uhr morgens. Nach zwei langen Schulstunden beginnt endlich die große Pause. Jetzt muss man sich überlegen, was man mit dieser Viertelstunde anfangen kann, wenn man nicht (ausnahmsweise) noch eine Mathe-Aufgabe oder einen Deutsch-Aufsatz für die nächste Stunde erledigen muss.

 

 

Zuerst besorgt man sich ein Brötchen oder einen Riegel bei Herrn und Frau Peters. Aber wohin damit? Schließlich regnet es draußen, und die Pausenhalle ist auch schon überfüllt. Fernab vom ganzen Trubel gibt es aber noch ein kleines Plätzchen, das zum ruhigen Schmökern einlädt, auch wenn es „nur" Comics sind - die Schülerbücherei!

 

So oder so ähnlich dürfte es nicht selten ablaufen in den großen Pausen am KHG. Anscheinend sind doch nicht alle Schüler lesefaul - die Bücherei ist jedenfalls (bis auf seltene Ausnahmen) fast immer voll und trotzdem einigermaßen ruhig. Schließlich gibt es genug interessante Bücher, die man noch nicht kennt oder die auch beim zehnten Durchblättern immer noch lustig sind. Ein gutes Beispiel: Das Monster-Buch. Auf jeder Seite ein fieseres Bild von Tieren, denen man lieber nicht in natura begegnen möchte. Gerade dieses Buch kommt aber bei einigen Schülern aus den sechsten und siebten Klassen besonders gut an - kann man doch bei jeder Seite erneut laut auflachen...

 

Neben vielen interessanten Sachbüchern machen den größten Anteil aller Bücher aber immer noch die Abenteuer und Erzählungen aus. Das Angebot reicht hier von Büchern aus den 60er Jahren bis zum aktuellsten Harry Potter Band. Allerdings werden diese Bücher fast ausschließlich von Schülern der Klassen fünf bis sieben gelesen und ausgeliehen, wohingegen die älteren Schüler immer in der Comic-Ecke zu finden sind. Da diese auch noch von den „diensthabenden" Schülern relativ schlecht eingesehen werden kann, ist das natürlich die perfekte Gelegenheit um etwas Unruhe zu stiften. Da muss man schon mal „durchgreifen" und den einen oder anderen hinauswerden - manchmal unter nicht unerheblichem verbalen Protest. Gleichzeitig erinnert man sich ein paar Jahre zurück und findet sich genau an dieser Stelle selbst wieder.

 

Nach dem Eintragen und Abstempeln einiger Bücher, die mit nach Hause genommen werden wollen (bis auf Comics und einige Sachbücher können alle Bücher ausgeliehen werden), neigt sich die Pause langsam dem Ende zu. Es ist Zeit, einige Überbleibsel der vorherigen Pausen zu beseitigen: Bücher, die vor dem Regal liegen anstatt in ihm zu stehen, Comics, die nicht mehr den Platz zurück in den Halter gefunden haben oder leere Trinkpäckchen und Müsliriegelreste, die sich an allen möglichen und unmöglichen Stellen wiederfinden. Wozu Mülleimer, wenn man es doch einfach fallen lassen kann. Während man so die liegen gebliebenen Bücher relativ planlos in das Regal zurückstellt (und versucht, die alphabetische Ordnung einigermaßen zu erhalten), denkt man an den alljährlichen Aufräumtag, kurz vor den Sommerferien, und freut sich gleichzeitig auf die nächste Pause.

 

Text + Ansprechpartner für weitere Informationen: Frau Reh

(Bildmaterial: Meier)